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Fahrzeugvorbereitung und Ersatzteile

Was ich hier schreibe basiert auf meinen Erfahrungen mit einem VW T3 Syncro. Siehe "der Bus".

Fahrwerk:

Ich bin losgefahren mit einer Höherlegung wie sie z.B. von der "Busschmiede" angeboten wird. Dabei werden vorne längere und stärkere Federn verbaut, hinten werden Platten untergelegt, die Federn bleiben original. Stossdämpfer waren Öldruck.
Hat sich bei mir nicht bewährt.

Als erstes ist eine der hinteren Federn gebrochen. Die hätte man auf jeden Fall vor Abfahrt erneuern müssen und zumindest stärkere Federn einbauen. Ich bin der Meinung dass die Serienfeder mit einem voll beladenen Reisemobil auf den südamerikanischen Pisten überfordert ist.

Als nächstes kamen die Stossdämpfer: Noch in Argentinien ist einer der vorderen Dämpfer durch seine obere Halterung durchgeschlagen. Der andere Dämpfer vorne rechts hat ziemlich zeitgleich angefangen Öl zu verlieren. In Südbolivien waren dann 3 von 4 Dämpfern ohne Funktion. und das macht bei den bolivianischen Strassen keinen Spass.

Ich habe mir dann Ersatzteile aus Europa einfliegen lassen, Seikel-Federn für hinten nach Puerto Montt, Chile. Die Federn für vorne sowie rundum OME Gasdruckdämpfer nach La Paz.
Das kostet Geld, Zeit und Nerven.

Daher:
vor Abreise auf keinen Fall am Fahrwerk sparen! Ich würde empfehlen auf gescheite Gasdruckdämpfer und verstärkte Federn zu setzen.
Es empfiehlt sich auch eine Garnitur Stossdämpfer mitzunehmen, die Strassen reduzieren die Lebensdauer auf ein Bruchteil.
Und insbesondere die vorderen Dämpfer sind in Südamerika nicht oder nur sehr schwer und mit langer Wartezeit zu bekommen.

Kupplung:

Hat in Cochabamba, Bolivien aufgegeben. Würde ich auf jeden Fall vor Abfahrt erneuern. Gegebenenfalls verstärkte Kupplung einbauen (lassen).

Getriebe:

In Peru hat sich das Gangrad des 4. Gangs verabschiedet und das ganze Getriebe lahmgelegt. Daher sitze ich jetzt seit 4 Wochen fest.
Wer sich nicht absolut sicher ist, dem empfehle ich auf jeden Fall eine Getrieberevision vor Abreise durchzuführen.

Ersatzteilsituation generell: (WICHTIG!)

Für den Syncro gibt es in Südamerika keine Ersatzteile, bis auf absolute Standardteile. Das Auto wurde hier weder gebaut noch verkauft.
Allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz: es gibt hier sehr wenige 2WD T3, alles was Syncro ist sind importierte Fahrzeuge von Reisenden.

Wer in Südamerika mit einem Syncro unterwegs ist sollte sich darauf einstellen, dass alle Ersatzteile kostspielig und zeitintensiv aus Europa importiert werden müssen.
Ganz davon zu schweigen, dass man sich der Willkür der regionalen Zollbehörden ausliefert.

Welche Teile sollte man mitnehmen?

- Achsmanschetten
- Diesel-/Benzinfilter
- Luftfilter
- Glaskleber zum versiegeln von Steinschlägen in der Windschutzscheibe
- Schrauben für Antriebswellen

Ersatzteillogistik:

Wer ADAC plus Mitglied ist kann sich Ersatzteile kostenlos liefern lassen, allerdings nur an internationale Flughäfen. Hat den Vorteil dass man persönlich vor Ort um sein Paket kämpfen kann.
Versand erfolgt durch den ADAC ab Flughafen München, die Teile kann man entweder durch den ADAC beziehen lassen oder alles was nicht VW Standard ist dorthin schicken lassen.

Am Flughafen müssen die Teile dann abgeholt und verzollt werden. Man kann in einigen Ländern eine Pfandzahlung hinterlegen, die man bei Ausfuhr der Teile theoretisch wieder zurückbekommt und somit zollfrei bleibt. (ur als Reisender im transit - fragen nach "Admission temporal")
Geht nicht in Bolivien. Hier mit 40% des Warenwertes Zollgebühren rechnen.
Ab 40 kg Sendungsgewicht muss in Bolivien ein Zollagent eingeschaltet werden!

Adresse:
Ersatzteilversand (OEV)
ADAC-Schutzbrief Versicherungs-AG,
Am Westpark 8, 81373 München

DHL Express:
nicht zu empfehlen, die 3-4 Tage Lieferzeit klingen verlockend. Aber man macht die Rechnung ohne die lokalen Zollbehörden.
Diese halten Pakete nach Belieben zurück.
Erfahrung in Peru: Es ist verboten gebrauchte Ersatzteile einzuführen!
Mir war das nicht bekannt, daher wurde mein Paket mit Getriebeersatzteilen in Lima aufgehalten. Ergebnis: Man muss beantragen das Paket aufzuteilen und zumindest die neuen Teile zu bekommen. Die gebrauchten werden zum Absender zurrückgeschickt. Kosten dafür derzeit noch unklar. Lieferzeit: Anstelle 3-4 Tage derzeit bereits 2 Wochen.